Yvonne Catterfeld im Interview – Yvonne verändert sich

Was hat sie nicht alles über sich lesen müssen: Mal galt sie als «Saubermädchen», mal als «Frau ohne Eigenschaften», die “Aura aus dem Otto-Katalog“. Yvonne Catterfeld, Sängerin (Für Dich) und Schauspielerin («Zweiohrküken»), aber hat sich verändert – und mir ihr die Berichterstattung.

Yvonne Catterfeld verändert sich

Sie, die einst durch die TV-Soap “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” bekanntwurde, hat jetzt ihr fünftes Album veröffentlicht. Mit «Blau im Blau» geht die Sängerin ein Stück weiter auf dem Weg der Neuerfindung, der Emanzipation.

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa verrät Yvonne Catterfeld, dass sie mit ihrer Außenwahrnehmung noch nicht völlig zufrieden ist: «Ich glaube, es gibt schon Leute, die noch das Bild von mir von vor sieben Jahren haben: das Mädchen. Dieses Bild hat sich eingeprägt und ist schwer zu verändern. Es kann nach meiner Meinung bei den Menschen nur durch die Qualität meiner Arbeit korrigiert werden.»

Einige wünschten sich wohl, dass sie so wäre wie früher: “einfach im Umgang, ohne Ecken und Kanten, schön pflegeleicht. Nur die Zeiten sind halt vorbei”. Auch gebe es noch Song-Angebote, «wo du denkst: Mein Gott, ich bin sieben Jahre älter als ich 2003 war. Es ist doch klar, dass sich ein Mensch da verändert». 2003 gelang Catterfeld mit der Dieter-Bohlen-Produktion “Für dich” der Durchbruch als Sängerin.

Lange habe sie gebraucht, um herauszufinden, «welche Leute ihr eigenes Ziel verfolgen und welche Leute wirklich mit mir gehen. Das sind so verdammt wenige». Daher sei beim neuen Album auch ihre Bedingung gewesen, «dass ich nur mit Leuten zusammenarbeite, die mich auch kennenlernen wollen und die nicht danach gehen, was erfolgreich sein könnte». Dazu gehören unter anderem Catterfelds Lebensgefährte, der Schauspieler Oliver Wnuk, sowie Xavier Naidoo und Cassandra Steen.

Das neue Album “Blau im Blau“, berichtet Catterfeld, war als Winteralbum gedacht. Sie spricht von «Kaminatmosphäre». Nicht nur die Leitfarbe “Blau” unterstreicht das, ein Foto im Booklet zeigt die Sängerin in winterlicher Kleidung – immer noch passend zum kalten Märzbeginn. Musikalisch oszilliert die CD zwischen Melancholie, Soul, Chanson, peppigem Pop. Allzu gefällige Töne werden vermieden, eingängig ist das aber durch die Bank, nicht zuletzt die Single “Blau im Blau“.

Stolz ist die Sängerin auf «Traummann». Sie hat nicht nur am Text mitgeschrieben. «Vor allem habe ich den Song durchgesetzt: Der wäre eigentlich nicht auf dem Album gewesen.» Es sei ein «Männerversteher-Song». Sie sei meistens «eher auf der Seite der Männer, weil ich viele verstehen kann in ihren Handlungen und Reaktionen. Man muss ja den Ursprung der Probleme suchen und der liegt eben nicht immer beim Mann». Vorbild in Liebesdingen sind Vater und Mutter: «Meine Eltern sind seit 32 Jahren verheiratet und wie frisch verliebt. Wenn ich die sehe, frage ich mich immer: Wie macht ihr das? Ich finde das toll und sehr erstrebenswert.»

Im Dezember ist die gebürtige Erfurterin 30 geworden: «Ich dachte immer, die spinnen alle, wenn die mit 30 plötzlich eine Krise bekommen. Aber eine kurze Zeit hatte ich echt eine kleine Krise. Das war so, als ob da ein Wecker geklingelt hat: Ich bin jetzt 30! Ich fühle mich nicht wie 30, aber ich bin 30 verdammt noch mal.»

Vor kurzem war Yvonne Catterfeld Jurorin in der Grand-Prix-Sendung “Unser Star für Oslo” mit Stefan Raab. Besonders Kandidatin Lena Meyer-Landrut habe sie beeindruckt: «Sie hat mich ein bisschen an mich selbst früher erinnert. Ich glaube, die wird ihren Weg gehen.» Ansonsten steht Catterfeld, die einst beim Talentwettbewerb «Stimme 2000» des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) entdeckt wurde, derartigen Shows skeptisch gegenüber: «Casting-Shows, mal abgesehen von der von Stefan, dienen rein der Unterhaltung und dem Profit.

Bild Quelle: dpa

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