Vermisst: So inszeniert RTL die Reality-Doku-Soap

Dass bei RTL nicht immer alles so real ist, wie wir es gern glauben wollen, ist schon länger bekannt. So sind die Bauern bei Bauer sucht Frau sind nicht immer die, die sie angeben zu sein und wohnen auch nicht in jedem Fall in dem Haus, dass sie in der Serie ihr Zuhause nennen.

Julia Leischik & RTL „optimieren“ den Spannungsbogen – Vermisst ist trotzdem erfolgreich

Nun gibt es wieder ein Fall, der derzeit kritisiert wird. Am Montag um 21:15 sahen wir eine ergreifende Folge von Vermisst. Julia Leischik machte sich auf den Weg nach Amerika, um die Enkeltochter einer Frau zu finden, zu der nach dem Tod ihrer Tochter der Kontakt abbrach.

Julia verfolgte viele Fährten, ging von Tür zu Tür, sprach mit dem Vater des Mädchens und der Großtante und legte dabei gut 3000 km zurück. Am Ende war sie der Verzweiflung nahe. Selten hat sich eine Suche als so kompliziert erwiesen.

Doch das Medienmagazin Meedia behauptet nun, dass man es sich viel, viel einfacher hätte machen können. Die Enkeltochter war unter ihrem vollständigen Namen Bianca Jean Albertson, der der Großmutter natürlich bekannt war, im Internet zu finden. Denn bei Facebook soll es nur eine einzige Person mit diesem Namen geben, wobei es sich tatsächlich um die Gesuchte handelt.

Dass die Großmutter mit ihren 70 Jahren kein Internetuser ist, das erscheint uns noch glaubwürdig; nicht aber, dass das professionelle Team von RTL nicht auf diese Ideen kam.
Nur hätte dann der Zuschauer natürlich nicht genauso mitfiebern können. Viel dramatisches Material hätte man auf diese Weise sicher nicht zusammen bekommen.

Dennoch, was sich Reality Show oder Reallife Doku nennt, das sollte seinem Namen der Fairness halber doch treu bleiben. Kleine Inszenierungen sind da nicht das Problem, aber dem Zuschauer vorzugaukeln, dass es praktisch ein Ding der Unmöglichkeit war, Bianca aufzuspüren und ihrer Oma unendliche Dankbarkeit abzuringen, das ist dreist!

Bildquelle: monstersandcritics.de / RTL

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