Strom- und Gasverträge mit mehrjähriger Preisgarantie

Strom- und Gasverträge mit mehrjähriger Preisgarantie?

Ein Vertragsabschluss für Strom oder Gas kann bei den meisten Anbietern mit einer mehrjährigen Preisgarantie abgeschlossen werden. Das wirkt zunächst verlockend, Verbraucherschützer haben dennoch festgestellt, dass in einigen Fällen der Kunde draufzahlt. Sie raten, Verträge maximal über ein Jahr abzuschließen und im Internet regelmäßig die Tarife zu vergleichen. Es gilt auch hier, wie in anderen Bereichen, wo Handys ohne Vertrag auf lange Sicht oft günstiger sind, dass man sich nicht von kurzfristig lohnenswerten Lockangeboten beeinflussen lassen sollte.

Wie sehr lohnt sich die Preisgarantie bei Strom- und Gastverträgen?
Die Tendenz vonseiten der Versorger geht zu Verträgen mit zwei- bis dreijähriger Preisgarantie. Angesichts ständig weiter steigender Preise ist für die Kunden die Versuchung groß, darauf einzugehen. Ohnehin wechseln nur wenige Menschen regelmäßig ihren Anbieter, auch wenn das heute über Online-Portale höchst bequem geworden ist. Anbieter weisen außerdem darauf hin, dass mit einer mehrjährigen Preisbindung für den Verbraucher größtmögliche Planungssicherheit herrsche. Verbraucherschützer haben etwas anderes ermittelt.

Die Verbraucherzentrale NRW hat das an Beispielen festgemacht. Bei RWE etwa gibt es den Tarif “Strom 36Max“, bei dreijähriger Laufzeit kostet die Kilowattstunde 24,4 Cent, eine Jahresgrundgebühr von 92,82 Euro kommt hinzu. Bei nur zweijähriger Bindung wird die Kilowattstunde mit 23,92 Cent billiger. Nach einem Jahr kann zudem gekündigt werden. Der Haken an der Sache: Es gibt erstens günstigere Angebote mit nur einjähriger Laufzeit, außerdem steht in den RWE-Verträgen, dass höhere Steuern und Abgaben von der Preisgarantie ausgenommen sind. Steigt also innerhalb von zwei oder drei Jahren eine der vielen Zuschläge auf Strom-EEG-Umlage, KWK-Umlage, Konzessionsabgabe oder Ökosteuer, so wird der Tarif für den Kunden trotz Preisbindung teurer. Ähnliche Angebote offerieren auch andere Anbieter, zum Beispiel lekker Strom.

Strom- und Gastarife mindestens jährlich überprüfen!
Energieexperten wie Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale NRW raten daher zum Abwägen, außerdem seien die Tarife zu teuer. Es gibt durchaus Angebote mit 70 Euro Grundgebühr, 21 Cent pro Kilowattstunde und nur einjähriger Bindungsfrist. Zudem ist zu bedenken, dass die Preise durchaus auch einmal fallen könnten. Davon hätten die Kunden mit mehrjähriger Bindungsfrist dann nichts. Und ob Steuern und Abgaben steigen, wisse man bei der gegenwärtigen politischen Lage absolut nicht. Daher wird zum regelmäßigen Vergleich und zum Vertragsabschluss maximal über ein Jahr geraten. Auch Vorkasse oder Kaution sollten die Kunden nur mit größter Vorsicht leisten.

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