Stille werden

Still sein ist out. Jeder posaunt seine Meinung in die Welt hinaus – und das ist mit Blogs, Tweeds, Facebook-Beiträgen oder Foren so einfach wie nie. Doch dauerhafte Beschallung ist schädlich. Rückkehr zur Stille ist deshalb das Motto von Lebensberatern.

Stille im Alltag ist ein seltenes Phänomen

Wann gab es bei dir das letzte Mal einen Moment, in dem du einfach inne gehalten hast? Und zwar nicht kurz vorm Einschlafen oder morgens auf der Toilette. Ein richtiges „Abschalten“ der Gedanken mitten im Tag, das ist das Geheimrezept innerer Ruhe. Leider ist es heutzutage so, dass unzählbar viele Reize auf uns einströmen und Ruhe ein Fremdwort ist. Es beginnt schon mit dem morgendlichen Radiowecker, geht über zur Dauerbeschallung mittels Ohrstöpsel auf dem Weg zur Arbeit, setzt sich fort beim Mittagessen mit Kollegen und endet abends mit Fernsehen. Es gibt kaum mehr als zwei Minuten, in denen man ganz bei sich sein kann, und selbst dann ist man unruhig, weil man weiß, dass jederzeit jemand die Ruhe stören könnte.

Bewusst Ruhezeiten schaffen

Theoretisch kann sich jeder Ruhezeiten schaffen. Auf der Arbeit zu viel Stress? Dann verbringe ein paar Minuten auf der Toilette, schließe die Augen, atme ruhig durch und tanke schnelle Energie. Effizienter ist es aber, sich regelmäßig Ruhezeiten zu verordnen: Ein Spaziergang ohne Musik kann so ein Moment sein. Aber auch einfach mal den Fernseher einen Abend lang ausgeschaltet zu lassen und einfach ein Buch zu lesen, hilft dem Geist, sich zu erholen. Mutige setzen sich gemütlich auf die Couch oder den Boden, schließen die Augen und tun einfach nichts. Die Gedanken kommen von ganz alleine. Aber Achtung:

Negative Gedanken stören die Ruhe

Insbesondere Menschen, die unter großem Stress stehen, kennen das Problem: Sobald die Umwelt leise wird, schwillt der Sturm der Gedanken auf Konzertniveau an. Da hilft vor allem Willenskraft. Gedanken an die Arbeit, die Beziehung, die zerbrochene Freundschaft oder an Krankheit bringen keine Ruhe. Du kannst in diesen Minuten, in denen du ruhig werden willst, eh nichts an der Situation ändern. Stellte dir einfach schöne Dinge vor: ein Haus am Meer vielleicht, einen Palmenstrand oder eine Million Euro – was immer deine Seele dazu bringt, durchzuatmen. Es reichen bereits fünf Minuten am Tag, um eine reelle Veränderung zu bemerken.

Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein Yoga-Kurs, in dem man seine innere Mitte findet.

Foto:
Flickr/Katie Tegtmeyer/CC BY 2.0

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