Revolverheld sehen die Welt In Farbe

Revolverheld – Die Helden der Europameisterschaft sind gereift – erwachsen werden sie wohl nie. Nach fast zwei Jahren Pause meldet sich die Band Revolverheld mit einer geballten Packung Optimismus und Lebensfreude zurück.

Der Name ist Programm: «In Farbe» heißt ihre dritte Platte, mit der die fünf Musiker gegen Tristesse und Krisenstimmung antreten wollen. «Das Album ist ein Gegenpol zum aktuellen Zeitgefühl», sagt Sänger Johannes Strate. «Inhaltlich ging es darum, einen positiven Blick auf uns und die Welt da draußen in die Songs zu packen.» Heraus kamen 13 eingängige Stücke. Von der ersten Single «Spinner» über emotionale Lieder wie «Halt dich an mir fest» bis hin zur Jugend-Hymne «Ich werde nie erwachsen».

«“Spinner“ ist die Spitze des Eisbergs», sagt Johannes. «Es fasst zusammen, was das Album für uns bedeutet: Nämlich seine Träume zu leben», ergänzt Gitarrist Kris Hünecke. Hintergrund des Liedes sei die Geschichte seiner Freundin, die seit Jahren davon redet, ein eigenes Café zu eröffnen. «An seinen Lebenstraum muss man eben glauben und auch bereit sein, dafür etwas zu riskieren.»

Und welche Lebensträume haben die Revolverhelden? «Wir sind eigentlich mittendrin», sagt Johannes. Er sei sehr glücklich und dankbar, wenn er daran denkt, wie alles gekommen ist, seitdem er 2002 Drummer Jakob Sinn im Hamburger Popkurs traf. Damals wurde der Grundstein für die Band gelegt. 2005 spielten die fünf als Vorgruppe von Silbermond, wenig später veröffentlichten sie ihr erstes Album «Revolverheld». «Das stieg allen Ernstes auf Platz zehn der Charts ein, und wir dachten erstmals darüber nach, vielleicht doch nicht zu Ende zu studieren.» Die Jungs klemmten sich hinter ihren Lebenstraum: 2007 erschien die zweite Platte «Chaostheorie», und zur EM 2008 landeten sie mit der Fußball-Hymne «Helden wie wir» ihren bislang größten Hit.

An ihrem neuesten Werk haben sie lange gebastelt. «Das ist ein Destillat aus den letzen drei Jahren. Von 60 Songs sind die 13 besten aufs Album gekommen», sagt der 29-jährige Sänger. Es sei mit viel Liebe zum Detail entstanden. So reiste die Band – zu der auch noch Bassist Florian Speer und der zweite Gitarrist Niels Grötsch gehören – zunächst für zwei Wochen in ein Studio nach Dänemark, um die Drums einzuspielen. «Für Jakob war es Knochenarbeit, für uns der Jahresurlaub», erzählt Kris. Im Anschluss ging es dann in ein Kölner Studio, wo sie mit Produzent Moritz Enders «In Farbe» aufnahmen.

Gehen sich die fünf nicht auch mal gehörig auf die Nerven, wenn sie wochenlang zusammen arbeiten oder touren? «Nein, das ist eher wie auf einer Klassenfahrt mit Kumpels», erklärt Johannes. Große Auseinandersetzungen gebe es nie. «Und wenn einer mal einen schlechten Tag hat, dann sehen wir das an der Nasenspitze und geben ihm seine Zeit für sich.»

Auf eine erste Tour im April folgen diverse Festivaltermine im Sommer. Lampenfieber haben die Revolverhelden noch immer, egal ob sie in einem kleinen Club, oder auf großer Bühne spielen. Das ist aber auch gut so, sagt der Frontmann. «Wenn die Anspannung und das Adrenalin nicht mehr da wäre, bräuchten wir den Job auch nicht mehr machen.

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