Moritz Bleibtreu spricht über seine Kindheit und Mutter…

Moritz Bleibtreu sprach erstmals nach dem Tod seiner Mutter über die Frau, die ihn am meisten prägte, und erinnert sich an seine “unorthodoxe” Erziehung.

Lockere Leine: Moritz Bleibtreu wurde von seiner Mutter “freiheitlich” und “freiheitsliebend” erzogen.

“Ich komme aus einem, von meiner Mutter geprägten, sehr unorthodoxen Haushalt, der sich stark durch Leidenschaften und Spontaneität auszeichnete”, erinnerte sich Moritz an seine Kindheit im Hamburger Stadtteil St. Georg.

Mit der ‘Bild am Sonntag’ sprach er über ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter Monica Bleibtreu erstmals über die “größte Schauspielerin, die je gelebt hat”: “Meine Mutter hat mich sehr freiheitlich und sehr freiheitsliebend erzogen, was aber nicht heißt, dass nicht ganz klar war, wo es vorbei war”, erzählte er.

“Von antiautoritär kann keine Rede sein.” Lügen, stehlen, unaufrichtig oder unehrlich sein durfte er nicht, zählte er auf. “Was meine Mutter jedoch vor allem ausgezeichnet hat, waren eben unsere unbürgerlichen Lebensumstände.” Seine Freunde hätten ihn darum beneidet, sagt Moritz Bleibtreu, obwohl er selbst sich manches Mal nach “einer Form von Bürgerlichkeit” gesehnt habe.

Dennoch denkt er gern daran, wie seine Mutter die Kindererziehung aufgefasst habe. “Ich konnte gehen, wann ich wollte. Ich konnte nach Hause kommen, wann ich wollte, solange ich vorher Bescheid gesagt habe. Es gab keine Regeln, die um der Regel willen existierten. Bei uns wurde nicht um Punkt sieben Uhr Abendbrot gegessen”, so Moritz Bleibtreu.

“Was ich an meiner Mutter jedoch über alle Maßen geschätzt habe, war die Tatsache, dass sie mich immer mit ihren eigenen Fehlern konfrontiert und es geschafft hat, sich bei mir für diese zu entschuldigen. Rückblickend ist das das ganz Besondere an meiner Erziehung. Sich bei ihren Kindern zu entschuldigen, bringen die meisten Eltern nicht fertig, weil sie denken, sie müssen konsequent, eine Autorität sein.”

In dem anstehenden Film ‘Jud Süß – Film ohne Gewissen’ spielt der Frauenschwarm die Rolle des Nazi-Propaganda-Ministers Joseph Goebbels. Auf die Frage, was seine Mutter wohl davon gehalten hätte, antwortete er: “Sie hätte das gut gefunden. Meine Mutter war ein Mensch, der Herausforderungen liebte, kein Problem damit hatte, anzuecken und Mut zur Konfrontation besaß. In ihrem Leben und in ihren Rollen”, schwärmte Moritz Bleibtreu.

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