Meryl Streep: "Zuhause bin ich der böse Bulle"

Meryl Streep führt zuhause ein strenges Regiment. “In unserer Ehe gibt es den guten und den bösen Bullen und ich bin auf jeden Fall der böse Bulle”, sagte Meryl im Interview mit dem Fernsehsender Tele 5.

Meryl Streep ist die charmanteste “Eiserne Lady” der Welt

“Bei uns läuft das so: Daddy ist der Gutmütige, derjenige, zu dem die Kinder gehen, wenn sie was wollen. Und es heißt immer `DTM`. Ich habe rausgefunden was die Abkürzung bedeutet, nämlich `Don`t Tell Mom!`, erzähl`s bloß nicht Mama!” Die Oscar-Preisträgerin ist stolz, dass ihre Töchter Mamie und Grace Gummer ebenfalls Schauspielerinnen geworden sind.

“Ich bewundere es, dass sie sich nicht einschüchtern lassen von der Aufmerksamkeit, die sie wegen mir und meiner Berühmtheit bekommen. Das schreckt sie nicht ab, sie lieben diesen Beruf trotzdem. Aber ich bin die ganze Zeit nervös und mache mir ständig Sorgen, ob es ihnen auch gut geht und ob sie zurechtkommen.” Zu Beginn ihrer Ehe mit Don Gummer habe sie recht spartanisch gelebt: “Mein Mann ist Künstler und ich bin Schauspielerin. Als wir eingezogen sind, hatten wir keine Küche, sondern nur eine kleine Kochplatte und eine Matratze auf dem Boden. Wir haben einfach nur gedacht, dass es schön wäre, wenn wir genug zu essen hätten.”

Meryl Streep, die als `Die eiserne Lady` kürzlich ihre 17. Oscar- Nominierung bekam, war überrascht, als sie erfuhr, dass Margaret Thatcher ihre Mahlzeiten stets selbst zubereitet hat: “Sie regierte elfeinhalb Jahre ein ganzes Land, aber sie hatte keinen Koch. Ich habe einen Koch.

Beim Dreh zu `Sophies Entscheidung` habe ich aufgehört, selber abends für die Familie zu kochen und das ist lange her. Margaret Thatcher hat oft vergessen zu essen – etwas, das mir nie passiert ist.”

Zudem verriet sie, dass sie sich auf dem roten Teppich überhaupt nicht wohl fühlt: “Ich fühle mich dort überhaupt nicht wohl, ich fühle mich zu alt, zu dick, zu fremd. Aber ich bin kein Hasenfuß, der kneift”, sagte Meryl im Interview mit der Wochenzeitung “Die Zeit”.

Ich bin Schauspielerin, und natürlich bin ich mir bewusst, wie sehr mein Aussehen beurteilt wird.

“Und jeder, der dort hingeht, denkt nur daran, was er oder sie anziehen wird. Ich bin nicht der Typ, der über so etwas nachdenkt, aber natürlich denke ich schon jetzt darüber nach.” Uneitel sei sie nicht. “Ich bin Schauspielerin, und natürlich bin ich mir bewusst, wie sehr mein Aussehen beurteilt wird. Immer.” Ab einem bestimmten Punkt in ihrer Karriere habe sie gedacht: “Jetzt geht es endlich um das, was ich bin und was ich tue.” Ab dann habe sie immer weniger an ihr Aussehen gedacht. “Man wird sich mehr und mehr darüber bewusst, wie wenig es mit dem zu tun hat, was man ist.”

`Die eiserne Lady` startet am 1. März in Deutschland im Concorde Filmverleih.

Foto:
Meryl Streep, Alan Light, Lizenz: dts-news.de/cc-by

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