Krebsheilung: Viren gegen Krebs – es gibt Hoffnung

Die Virus-Armee: Ist Krebs vielleicht bald durch Viren heilbar?

Wer infiziert sich schon gerne freiwillig mit gefährlichen Viren? Schon bald könnte die Antwort lauten: Krebskranke! Denn Forscher verfolgen im Moment eine heiße Spur zur Krebsheilung – und tüfteln an einer Möglichkeit herum, Krebszellen durch eine Armee von Viren zu besiegen, die in den Körper des Patienten eingeschleust werden. Normalerweise sind Viren Feind unserer Gesundheit: Sie lösen Krankheiten aus und stehen sogar im Verdacht, selber Krebs zu verursachen. Sogenannte onkolytische Viren aber sind auf unserer Seite – und können Krebspatienten vielleicht helfen, ihre Erkrankung zu besiegen.

Wie Viruszellen den Krebs in die Knie zwingen
Tumorzellen sind gefährlich, denn sie wachsen unkontrolliert und beschädigen dabei Zellen und Gewebe, das wir brauchen, um unseren Körper am Leben zu erhalten. Der Clou: Tumore sind extrem virenanfällig! Die Forscher versuchen deshalb, den Tumor mit onkolytischen Viren zu infizieren. Die sollen sich im Geschwür so stark vermehren, dass der Tumor von innen abstirbt. Die Viruszellen sollen quasi wie ein Tumor im Tumor fungieren – damit wird der Krebs mit seinen eigenen Mitteln geschlagen.

Wie der Virus zum Helden wurde
Dieser Zusammenhang wurde schon in den 50er Jahren zum ersten Mal vermutet, als sich ein Kind, das an Leukämie litt, mit Windpocken infizierte. Während der Erkrankung bemerkten die Ärzte überrascht, dass die leukämischen Krebszellen jegliche Aktivität eingestellt hatten, denn die Windpocken-Viren gefährdeten sie. Doch es brauchte lange Jahrzehnte, bis dieses medizinische Wissen so weit ausgearbeitet war, dass die Virus-Therapie als Behandlungsform für Krebspatienten infrage kommt. Nun werden Forscher in aller Welt immer zuversichtlicher, dass die Methode weiter ausgefeilt werden kann.

Krebsheilung: Noch herrscht verhaltene Freude
Die Champagner-Flaschen können wir leider noch nicht köpfen – die perfekte Therapie gegen den Krebs ist noch nicht gefunden. Ein Allheilmittel gegen Krebs wird es auf absehbare Zeit erst einmal nicht geben. Forscher freuen sich aber über die vielversprechenden Ergebnisse, die sich bei gezielt eingesetzten manipulierten Viruszellen zeigen. 2010 zeigten Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg zum Beispiel, wie Viren bei Ratten bösartige Tumore im Gehirn vollständig verdrängen konnten. „An dieser Stelle wollten wir unbedingt weitermachen, weil wir die große Chance sahen, mit unserer Virustherapie auch Menschen helfen zu können“, sagte Jean Rommelaere, Leiter der Abteilung Tumorvirologie, und zeigt damit Hoffnung, dass die Menschheit im Kampf gegen den Krebs bald einen entscheidenden Schritt vorankommt.

Hier der Artikel auf Discovery Channel

Foto:
DKFZ/Peter H. Krammer

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