Die Frau des Schläfers: Yvonne Catterfeld und der Islam

Yvonne Catterfeld spielt im neuen ‚Sat1‘-Film ‚Die Frau des Schläfers‘ eine Frau, gefangen zwischen muslimischen und westlichen Werten, und sprach nun in einem Interview über ihre persönliche Einstellungen zum Film, zum Islam und zur Integrationsdebatte.

Mutig: Yvonne Catterfeld setzt sich in „Die Frau des Schäfers“ mit dem Islam und der Integration auseinander.

Yvonne Catterfeld packte in ihrem neuen Film das Thema Integration an und sprach jetzt über Konvertieren, Zwangsheirat und die Rolle der Frau.

Yvonne Catterfeld verkörpert in einem neuen ‚Sat1‘-Film ‚Die Frau des Schläfers‘ die Rolle der Karla Ben Yakin, deren sudanesischer Mann mit dem gemeinsamen Sohn in seine Heimat flieht. Als sie den beiden folgt, prallen ihre eigenen kulturellen und religiösen Ansichten mit denen des dort vorherrschenden Islams zusammen – eine Kluft, von der sich Yvonne Catterfeld nicht sicher ist, ob sie im wahren Leben überwunden werden kann.

„Ob das je gelingen wird, ist sehr schwer vorauszusagen. Die Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern zeigen, wie schwierig und scheinbar unmöglich es ist, einen Konsens zu finden“, antwortete sie auf die Frage, ob die kulturellen Grenzen zwischen westlicher und islamischer Welt überwindbar seien. Sie glaubt dennoch, dass sich mittlerweile etwas getan hat, zumal großer Diskussionsbedarf bestehe.

„Und auch die Politik hat offensichtlich endlich begriffen, dass es großen Handlungsbedarf gibt, wobei eine Handlungsbereitschaft von allen Seiten notwendig ist, Integration ist ein Prozess“, sagte Yvonne Catterfeld auf der Homepage von Sat.1.

Im Verlauf des Films überlegt Yvonne Catterfeld Figur, zum Islam zu konvertieren – etwas, das für die schöne Blondine niemals in Frage käme: „Ich bin kein Mensch, der sich anpasst, sondern der etwas aus Überzeugung tut. Da meine Vorstellung vom Leben und einer Beziehung andere sind, als es im Koran verlangt wird, würde ich schon von vornherein einige Regeln des Korans brechen“, erklärte sie.

Vor allem das Konzept der Zwangsheirat sei „unvorstellbar“ und schreckt Yvonne Catterfeld ab. „Ich zum Beispiel sehe mich als sehr moderne und selbstbestimmte Frau. Ein Selbstverständnis, das heute in Deutschland ohne Frage auf viele Frauen zutrifft. Zweifelsohne braucht eine Beziehung auch Kompromisse. Sich selbst und seine Überzeugungen aber für eine Beziehung völlig aufzugeben, das halte ich für verkehrt!“

Dennoch oder gerade deshalb, war es Yvonne Catterfeld wichtig, dass der Film ‚Die Frau des Schläfers‘ so dicht an der Realität wie möglich blieb. Für die Produktion wurde Aiman Mazyek, der Generalsekretär des ‚Zentralrats der Muslime in Deutschland‘ zurate gezogen.

„Das war sehr wichtig, um Klischees und eine einseitige Betrachtungsweise zu vermeiden. Aiman Mazyek fand das Drehbuch am Ende so authentisch, dass Aiman Mazyek sogar eine kleine Rolle im Film übernommen hat“, verriet sie. „Mich hat das sehr beruhigt. Ich bin zwar in erster Linie Schauspielerin und muss mich nicht in jedem Film für eine Sache stark machen. Authentizität liegt mir aber sehr am Herzen, gerade bei einem Film, dem ein so heikles und brisantes Thema zugrunde liegt“, fügte Yvonne Catterfeld hinzu.

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