Atomausstieg: Strompreise ziehen heftig an


Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundeskartellamt erwarten stark steigende Strompreise. Nach einer Berechnung des Hauses unter Leitung von Minister Philipp Rösler (FDP) wird eine vierköpfige Familie in Zukunft 30 bis 40 Euro pro Jahr mehr für die Stromversorgung ausgeben müssen. An der Strombörse in Leipzig sind die Preise in den letzten Wochen um zehn Prozent gestiegen.

Die Schattenseite vom Atomausstieg: Strompreise ziehen heftig an

Den Hintergrund dieser Entwicklung erklärt Matthias Kurth, seines Zeichens Präsident der Bundesnetzagentur. Demnach laufe das deutsche Stromnetz momentan häufig an der Belastungsgrenze. Die Netzbetreiber müssten viel öfter als in der Vergangenheit in die Stromerzeugung eingreifen, so Kurth. Kraftwerke würden weit häufiger hoch- und wieder heruntergefahren, wofür sie nicht gebaut seien. Solche Eingriffe seien eigentlich nur als Maßnahmen für den Notfall gedacht.

Als weiterer Preistreiber könnte sich die Brennelemente-Steuer entpuppen, die ursprünglich mit der Energie-Wirtschaft gemeinsam mit den verlängerten Atomkraftwerklaufzeiten vereinbart worden war. Nach dem politischen Kurswechsel soll diese Steuer trotzdem bestehen bleiben. Die Energiekonzerne haben gegen diesen Beschluss geklagt und erklärt, sie würden die Kosten an die Verbraucher weitergeben müssen, sollte die Steuer Bestand haben.

Der Umstieg auf hauptsächlich regenerative Energiequellen, die so genannte Energiewende wird Bürger und Wirtschaft unbestritten noch einiges kosten. Unabhängig vom Atomausstieg, geht es aber auch um den Klimawandel bzw. die notwendige Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Die zukünftigen Investitionen in neue Wege der Energiegewinnung werden die Strompreise noch weiter in die Höhe treiben. Aber es gibt durchaus Möglichkeiten die Preissteigerung zu kompensieren: Privatleute können vermehrt energiesparende Geräte einsetzen und Wirtschaft und Industrie müssen ebenfalls sparsamer werden, indem sie etwa in Green-IT investieren.

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