Anna Aaron hat sich offenbart …

Am 21. März veröffentlicht Anna Aaron ihr Album „Neuro“. Wir haben sie im Vorwege ihrer anstehenden Deutschland-Tour getroffen und durften ein paar Fragen stelen. Hier nun für euch das exklusive Interview.

Wer ist Anna?
Als Kind zwischen sechs und neun ist Anna Aaron in England und asiatischen Großstädten aufgewachsen. Davon blieben vor allem Bilder. Und sie münden in eine Vermutung: Die auffällig aufschwingenden, fast sakralen Tonartwechsel, die man hierzulande selten oder gar nie antrifft, dürften ein Relikt ihrer Kindheit sein. Anna Aaron trägt Fremdes in sich.

1. Was hat dich zu Stellarling inspiriert und was genau bedeutet Stellarling?

Anna: STELLARLING geht um eine junge Frau, die einen schlimmen Trennungsschmerz durchgemacht hat. Sie kommt auf dem Album immer wieder vor, zum Beispiel im Lied OFF. Es gibt sie wirklich, aber sie ist nicht ich. Das Wort STELLARLING könnte man mit “Sternling” übersetzen; ausserdem ist es eine Anlehnung an das Wort “darling” und, weil im Lied Vögel vorkommen, an das Wort “starling”, Englisch für Star.

2. Du kommst auf eine kleine Deutschland Tour. Wie sind deine Erwartungen?

Anna: Ich habe keine Erwartungen, ich freue mich einfach. Ich nehme oft wahr, dass von dem deutschen Publikum eine besondere Emotionalität ausgeht; sie nehmen auf eine besondere Weise Anteil an der Musik. Ich habe mir überlegt, dass das vielleicht daran liegt, dass die Deutschen – anders als zum Beispiel die Leute in Frankreich – die Englische Sprache besser kennen und deshalb aufmerksamer auf die Texte hören.

3. Dein Album “Neuro” erscheint im Februar. Wie lange hast Du an dem Album gearbeitet und sind alle Songs selbst geschrieben?

Anna: Ja, die Lieder sind alle selbst geschrieben, in einem Zeitraum von ungefähr einem halben Jahr. Die Aufnahmen haben dann weniger lang gedauert, wir arbeiteten zusammengerechnet ungefähr zwei Wochen im Studio.

4. Welche künstlerischen Vorbilder hast Du?

Anna: Mir sind lustigerweise vor allem Filmregisseure sehr wichtig, wie zum Beispiel Alejandro Jodorowsky, Andrei Tarkovsky, Gaspar Noé, Jean-Luc Godard und Francis Coppola. Einen Film zu drehen erscheint mir als ein unvorstellbar grosses Unterfangen, viel grösser als das Aufnehmen eines Albums, und ich bewundere die Hingabe und die Kompromisslosigkeit, mit der diese Leute ihre Vision verfolgen. Kunst hat für mich immer auch viel mit Mut zu tun.

5. Du bist ein Kind der 80er bzw. 90er. Was hat Dich aus dieser Zeit geprägt?

Anna: Das ist eine lustige Frage, denn die 90er Jahre sind für mich rückblickend eine sehr lustige Zeit – wir waren umgeben von hemmungslos gefühlsduseligen Boygroups, Inlineskates, viel Haargel und blonden Strähnchen, hatten die Socken über die Hosenbeine gezogen und dazu mit noch mehr Socken ausgestopfte Turnschuhe an den Füssen und hörten unendlich geschmacklose Musik. Es wurden aber auch gute Sachen hervorgebracht – zum Beispiel Loveless von My Bloody Valentine.

6. Verrätst Du unseren Lesern noch ein kleines Geheimnis?

Anna: Das Demo für LINDA, das letzte Lied das ich für das Album schrieb, habe ich während einer Tour um halb vier Uhr morgens im Bett in einem Hotelzimmer in Brüssel aufgenommen.

Wer jetzt wieder ein Stück mehr die Lust verspürt Anna Aaron Live zu sehen, der sollte nicht zögern! Hier die aktuellen Tourdaten:

09.04. Hamburg – Prinzenbar

10.04. Osnabrück – Popsalon

11.04. Berlin – Privatclub

28.04. Köln – Blue Shell

29.04. Frankfurt – Mousonturm / Studio 1

15.05. München – Milla

31.05. Mannheim – Maifeld Derby

Foto:
GERMINAL ROAUX

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